Weimarfahrt 2021

Die Fahrt des zwölften Jahrgangs nach Weimar in die Jugendherbere „Germania“ hat am HBG schon Tradition und glücklicherweise konnte sie auch dieses Jahr stattfinden. Die Woche vom Montag, dem 30. August bis zum Freitag, dem 3. September wurde also zum kulturellen und sozialen Highlight vieler Schüler*innen.
Gegen 08:00 Uhr am Morgen des 30. Augusts rollte der Reisebus vom Parkplatz des Thomas Phillips. Wie geplant wurden die Schüler und Schülerinnen vier Stunden darauf an der Jugendherberge „Germania“ in Empfang genommen. Taschen konnten im Foyer verstaut werden und dann ging es auf zum Weimarhaus. Dort konnten, in kleinere Gruppen eingeteilt, die Schüler*innen einen ersten, allgemeinen Eindruck der kulturträchtigen Stadt Weimar erhalten. Nacheinander durchschritten sie die mit Sound- Effekten und Beleuchtung untermalten Ausstellungsräume. Der Rest des Nachmittags war der eigenständiger Gestaltung überlassen, in Rahmen derer die meisten Schüler bereits eine der drei gegebenen Stadtrallyes absolvierten. Im Anschluss an die Zusammenkunft aller gegen 18 Uhr konnte jeder individuell das Abendessen organisieren und nach einer kurzen Zimmerkontrolle kehrte ab 22 Uhr Ruhe in der Jugendherberge ein.

Die Hefter der Stadtrallyes wurden den Schülern und Schülerinnen bei den allabendlichen Treffen vor der Jugendherberge ausgehändigt und waren unterschiedlich zeitaufwendig, sodass eine selbstständige Planung ermöglicht wurde. Mit einer berechneten Tour Dauer von zweieinhalb Stunden war die Rallye zum Thema „Lyrisches Ich? Goethe im Spiegel seiner Gedichte“, bei der die Etappen hauptsächlich im idyllischen Park an der Ilm lagen, die längste. Sie wurde daher von den meisten direkt am Montag absolviert. Für die anderen beiden Rallyes („Aufklärung und Klassik- Spuren zweier untrennbarer Epochen in Weimar“ und „Die städtebauliche Selbstinszenierung Weimars im goldenen Zeitalter 1770- 1830“) waren je ein bis eineinhalb Stunden eingeplant. Ziele wie das Stadtschloss Weimar, das Nationaltheater oder das berühmte Goethe- Schiller- Denkmal, das alle Schüler im Rahmen des Unterrichts schon auf Bildern gesehen haben, doppelten sich teilweise oder es war bekannt, dass man auch im Rahmen der geplanten Museumsbesuche zu ihnen gelingen wird. Daher konnten die meisten die Touren unter der berechneten Zeit abarbeiten. Somit erübrigte sich auch die Sorge einiger, dass es zu wenig Freizeit geben könnte. Außerdem verloren die Rallyes ihren strengen „Aufgabencharakter“ dadurch, dass die Meisten selbst sehr interessiert an der Stadt waren und wahrscheinlich die jeweiligen Etappen auch bei eigenen Erkundungstouren entdeckt hätten.

Nach einem erfolgreichen ersten Tag folgten am Dienstag und Mittwoch die kulturellen Höhepunkte von Weimar. Aufgeteilt in insgesamt sieben Gruppen, besuchte der Jahrgang zu verschiedenen Tageszeiten Schillers Wohnhaus, den Rokokosaal, das Goethe Nationalmuseum und Goethes Wohnhaus. Aufgrund der Hygienekonzepte in den einzelnen Museen und Ausstellungen war es zu keiner Zeit möglich, eine Führung zu erhalten. Deshalb wurde jeder Besuch von Audioguides begleitet, die einen detaillierten Einblick in die Weimarer Kulturgeschichte ermöglichten. Nach erfolgreich absolvierten Museumsbesuchen ließ sich der weitere Verlauf des Tages eigenständig gestalten. So wurde beispielsweise die Stadt erkundet oder nach kulinarischen Highlights gesucht. Im Zuge dessen ließen sich die Stadtrallyes sehr gut in die Freizeitgestaltung einarbeiten. Am Abend des dritten Tages fand sich der Jahrgang um 18 Uhr am “Theater im Gewölbe” ein. Die Aufführung stellte verschiedene Arten von Regisseuren und Schauspielern dar, die Goethes “Kästchenszene” (Faust) probten. Die Vorstellung dauerte etwa eineinhalb Stunden und wurde von einem Großteil der Schüler als unterhaltsam empfunden.

Am Donnerstag war die Grundstimmung etwas gedämpft. Grund dafür war der anstehende Besuch in der Gedenkstätte Buchenwald. Nach der Ankunft mit einem öffentlichen Bus, wurde der Jahrgang zunächst in einen “Kinosaal” geführt, in dem ein etwa halbstündiger Film über die Geschichte der Gedenkstätte Buchenwald gezeigt wurde. Anschließend bekam jeder Schüler einen Audioguide, da auch hier keine Führungen möglich waren. Somit wurde das weitreichende Gelände anschließend in kleinen Gruppen selbstständig erkundet. Da das Gelände sehr groß ist, waren ursprünglich zwei Stunden für den Aufenthalt eingeplant. Doch aufgrund einiger Umstände und der unflexiblen Linienbusfahrzeiten, verkürzte sich der Aufenthalt in der Gedenkstätte auf eine Stunde. Diese Entscheidung stellte sich im Nachhinein als semi-optimal heraus, da es nun nicht mehr die Möglichkeit gab, die Audiotour vollständig zu absolvieren und alle Teile des Geländes zu besuchen. Leider sah das Hygienekonzept der Gedenkstätte Buchenwald ebenfalls vor, dass die noch erhaltenen Gebäude nicht von innen besichtigt werden konnten. Dementsprechend bot der Besuch coronabedingt leider weniger Möglichkeiten, Eindrücke in Buchenwald zu erlangen. Die Schüler und Schülerinnen nutzten die Zeit jedoch dennoch effektiv und beschäftigten sich individuell mit diesem schwerwiegenden Thema. Nach dem Aufenthalt in Buchenwald waren keine weiteren Museumsbesuche geplant, damit jeder das Gesehene angemessen verarbeiten kann. Dementsprechend verteilte sich der Jahrgang in Weimar, um dort bis 21:30 Freizeit zu verbringen.

Der Morgen am Abreisetag gestaltete sich als unruhig. Alle Zimmer sollten besenrein hinterlassen werden, es gab jedoch nur einen Besen, dessen Aufenthaltsort stetig unbekannt war. Nachdem die Zimmer ordentlich hinterlassen wurden, begab sich der Jahrgang gegen 9:45 Uhr zum Bus. Dort wurden Koffer und Taschen verstaut, alle Plätze wurden eingenommen und der Bus verließ Weimar. Gegen 16 Uhr erreichte der Reisebus den Parkplatz bei Thomas Philipps, von dem aus die Schüler*innen verabschiedet wurden. Die Weimarfahrt wurde von einem Großteil des zwölften Jahrgangs als sehr schön empfunden. Sowohl die kulturellen Veranstaltungen und Museumsbesuche, sowie die Freizeitaktivitäten in der Stadt, haben viel Freude geliefert und kulturelles Interesse geweckt.

Enrica Schulz und Johanna Leue
(Jahrgangsstufe 12)

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